🏗️ Gmoaner Haus: Der Garten wird teurer – und die Puffer sind weg! 💸
Am 22. Oktober gab’s eine Sondersitzung zum Rathausbau. Zwei Themen, eine große Frage: Wie viel darf’s eigentlich noch werden?
🌳 1. Die Außenanlagen: Wunschkonzert oder Förderkonzert?
Die Freianlagenplanung wurde überarbeitet, damit möglichst viele Fördermittel fließen können. Das Ergebnis? Einige zuvor für gut befundene Ideen wurden gestrichen oder so verändert, dass sich die meisten Gemeinderäte fragten: Planen wir eigentlich für die Bürger – oder für die Förderstelle?
Und dann der Blick aufs Preisschild: Aus ursprünglich 830.000 € wurden im Juni bereits 1,3 Mio. €. Jetzt stehen 1,7 Mio. € im Raum. Das ist kein kleiner Nachschlag mehr, sondern ein ordentlicher Kostensprung! 📈
Eine kleine Arbeitsgruppe soll nun gemeinsam mit dem Landschaftsplaner eine vernünftige Lösung finden – mit sinnvollen Gestaltungen und vor allem Einsparungen. Parallel wird geprüft, ob sich die Förderung verbessern lässt, wenn aus dem „Kurpark“ ein „Bürgerpark Gmoaner Haus“ wird. Vielleicht passt Begegnungsstätte ja besser als Kurpark. 😉
🏛️ 2. Der Rathausbau: Im Zeitplan, aber ohne Sicherheitsnetz?
Laut Architekt Magg liegt das Gesamtprojekt weiterhin im Zeitplan. Die Fertigstellung ist für Oktober 2027 vorgesehen.
Finanziell sieht’s allerdings weniger entspannt aus: Die eingeplanten Puffer sind inzwischen aufgebraucht – maßgeblich wegen der deutlich teurer gewordenen Außenanlagen. Trotzdem erwartet der Architekt keine bösen Überraschungen und rechnet mit einer Punktlandung im Budget.
Wir drücken die Daumen! 🤞 Denn eine Punktlandung ohne Puffer ist ungefähr so beruhigend wie eine Bergtour ohne Wetterbericht.
Unser Fazit: Gute Planung muss schön, sinnvoll und bezahlbar sein. Fördermittel sind wichtig – aber sie sollten nicht bestimmen, was für unsere Bürger am Ende sinnvoll ist. Und wenn die Reserven aufgebraucht sind, braucht es umso mehr Kostendisziplin.
📅 Nächste Gemeinderatssitzung: 10. November 2026, 19 Uhr.
WBG – zuhören. anpacken. verbessern. 💪
#WBG #BayerischGmain #GmoanerHaus #Rathausbau #Gemeinderat #Transparenz #Kostenkontrolle
Künstliche Intelligenz, echte Bauvorhaben und offene Fragen
🤖 KI hört mit – und schreibt hoffentlich richtig!
Premiere im Gemeinderat: Erstmals wurde versucht, das Sitzungsprotokoll mithilfe künstlicher Intelligenz zu erstellen. Ob die KI tatsächlich alles richtig verstanden hat? Wir sind gespannt auf das Ergebnis!
🕯️ Gedenken
Zu Beginn gedachte der Gemeinderat den verstorbenen Gemeindebürgern Toni Alff, Otto Blumenstein und Alexander Mainusch, die alle verdiente, engagierte Gemeindebürger waren.
💶 Aufträge vergeben – Kosten bleiben offen
Nach der Genehmigung der letzten Sitzungsprotokolle informierte Bürgermeister Wierer über zwei Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung: die Vergabe der Planungsleistungen für das neue Wohnbaugebiet am Streitbichlweg (Einheimischenmodell) und die Bewässerungsanlage für den Trainingsplatz.
Was diese Aufträge kosten? Das blieb in der öffentlichen Sitzung leider unerwähnt.
🏠 Drei Wohnungen statt einem Einfamilienhaus
In der Langenfeldstraße 10 soll ein Einfamilienhaus zu einem Wohnhaus mit drei Wohneinheiten um- und angebaut werden. Der Gemeinderat stimmte mit 11:2 Stimmen zu – allerdings mit der Auflage, die ortsunübliche Stützenkonstruktion am Hang mit Holz zu verkleiden.
Auf Nachfrage wurde bestätigt: Hier entsteht regulärer Wohnraum, keine Ferienwohnungen. Eine erfreuliche Nachricht!
🔥 Feuerverbot braucht auch Schilder
Bürgermeister Wierer informierte über das allgemeine Feuerverbot am Weißbach-Speik- und Maisrundweg. Die WBG hatte zuvor auf die Problematik offener Feuer durch Besucher hingewiesen.
Auf unsere Nachfrage bestätigte der Bürgermeister, dass entsprechende Verbotsschilder an den Wegen aufgestellt werden sollen. Gut so – denn Verbote helfen wenig, wenn Besucher nichts davon wissen.
🚗 Verkehrssicherheit: Warten auf den Landrat
Die WBG zeigte sich enttäuscht, dass der angekündigte Austausch mit Landrat Koller über die Verkehrssicherheit in Bayerisch Gmain noch immer nicht stattgefunden hat.
Immerhin wurde unser Vorschlag aufgegriffen: Die Vorschläge sollen fraktionsübergreifend gesammelt und nach der nächsten Gemeinderatssitzung gebündelt an das Landratsamt herangetragen werden. Hoffentlich kommt damit endlich Bewegung in die Sache!
🚧 Zwieselstraße: Vollsperrung für ein privates Bauvorhaben?
Auch die mehrwöchige Sperrung der Zwieselstraße an der Ecke Bichlstraße war Thema. Die WBG fragte nach der rechtlichen Grundlage und der Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme.
Schließlich werden nicht bei jedem privaten Bauvorhaben gleich ganze Straßen gesperrt – noch dazu für Fußgänger und Radfahrer.
Eine zufriedenstellende Antwort gab es in der Sitzung nicht. Wir bleiben dran!
WBG – Zuhören. Anpacken. Verbessern
#WBG #BayerischGmain #Gemeinderat #Kommunalpolitik #Bürgerinformation #Transparenz #Verkehrssicherheit #Wohnraum
Wärmeplanung, KI-Protokolle, höhere Fremdenverkehrsabgabe – und ein paar offene Fragen
Die September-Sitzung des Gemeinderats war mit überschaubarer Tagesordnung schnell abgearbeitet – zumindest auf dem Papier. Bei einigen Punkten wurde es dann doch etwas interessanter. 😉
🌡️ Wärmeplanung: 120 Seiten später – viel Papier, wenig Wärme
Über 120 Seiten umfasst das Gutachten zur kommunalen Wärmeplanung, das ein externer Dienstleister für die Gemeinde erstellt hat. Nach einer ausführlichen Präsentation stand fest: Bei der Frage, wie Bayerisch Gmain bis 2045 klimaneutral werden soll, sind wir weitgehend auf uns selbst gestellt.
Örtliche Geothermie? Fehlanzeige. Eine Beteiligung an entsprechenden Projekten anderer Gemeinden? Ebenfalls nicht möglich.
Und als wäre das nicht schon ernüchternd genug, enthielt die Studie nach unserer Einschätzung auch noch einige erhebliche Erhebungsfehler.
120 Seiten Gutachten – und am Ende vor allem die Erkenntnis: Selber machen.
🤖 Protokolle künftig mit KI?
Künstliche Intelligenz soll künftig bei der Erstellung der Niederschriften aus den Gemeinderatssitzungen helfen. Der Vorschlag der Verwaltung wurde einstimmig angenommen.
Interessant wurde es bei der Frage, was künftig eigentlich protokolliert werden soll. Gemeinderat Schmölzl (CSU) regte an, wieder zu reinen Ergebnisprotokollen zurückzukehren.
Das wurde glücklicherweise nicht weiterverfolgt. Denn wenn schon KI zum Einsatz kommt, darf sie gerne dabei helfen, mehr Transparenz und nicht weniger zu schaffen. 😉
💶 Fremdenverkehrsabgabe: 5 % statt 4 % – aber warum eigentlich nur 5?
Seit 2008 beträgt die Fremdenverkehrsabgabe 4 %. Die Verwaltung schlug nun eine Erhöhung auf 5 % vor. Das bringt der Gemeinde voraussichtlich rund 30.000 Euro zusätzliche Einnahmen pro Jahr.
Angesichts des hohen sechsstelligen Defizits im Tourismusbereich ist das allerdings eher ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die WBG schlug deshalb vor, die Abgabe direkt auf 6 % anzuheben. Dieser Vorschlag fand keine Zustimmung.
Beschlossen wurde schließlich die Erhöhung auf 5 %.
🚸 Verkehrssicherheit: Viele Ideen, aber noch kein gemeinsamer Plan
Bei den Anfragen wurde es dann wieder konkreter.
Gemeinderat Labbow (WBG) brachte erneut die temporäre Tempo-30-Zone vor der Grundschule zur Sprache und regte an, das Thema zeitnah mit dem neuen Landrat Koller zu besprechen.
Auch Gemeinderätin Fuchs (CSU) brachte mehrere Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ein – unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzungen und rot markierte Fahrradzufahrten – und verwies auf Beispiele aus Nachbargemeinden.
Das Gespräch mit dem Landrat ist laut Bürgermeister Wierer allerdings noch nicht terminiert.
Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll, wenn der Gemeinderat vor einem solchen Gespräch gemeinsam konkrete Positionen zur Verkehrssicherheit festlegt. Schließlich sitzen die Gemeinderäte weder bei solchen Gesprächen mit dem Landrat mit am Tisch, noch werden sie zur jährlichen Verkehrsschau mit Landratsamt und Polizei eingeladen.
🚲 Breitbandausbau: Eine Frage bleibt offen
Zum Schluss hakte Gemeinderat Labbow noch einmal beim Thema Breitbandausbau nach.
In der vergangenen Sitzung war protokolliert worden, dass ein flächendeckender Ausbau im diesjährigen Förderprogramm möglicherweise daran gescheitert sei, dass die Gemeinde den Antrag nicht rechtzeitig gestellt habe.
Die Frage diesmal: War tatsächlich die verspätete Antragstellung der Grund – oder standen dafür keine ausreichenden Gemeindemittel mehr zur Verfügung, weil diese bereits für andere Maßnahmen eingesetzt worden waren?
Als Beispiel wurde unter anderem der bislang nur wenig genutzte und vergleichsweise kostenintensive Fahrradwegausbau an der Berchtesgadener Straße genannt.
Eine Antwort gab es in der Sitzung nicht. Der Bürgermeister konnte sich an seine frühere, protokollierte Aussage nicht erinnern.
Wir werden also noch einmal nachfragen. Denn bei mehreren möglichen Erklärungen sollte am Ende schon klar sein, welche davon tatsächlich zutrifft.
📅 Die nächste Gemeinderatssitzung:
13. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Wir bleiben dran und berichten weiter – damit Gemeinderat nicht nur stattfindet, sondern auch nachvollziehbar bleibt.
WBG Bayerisch Gmain – September 2026
Die August-Sitzung hatte wieder einiges zu bieten: Wohnungsbau, Glasfaser, Fördergelder, eine neue Bücherei – und ganz nebenbei noch einen zweiten Standesbeamten. Ein bunter Blumenstrauß also.
Bauturbo – aber bitte mit kontrollierter Geschwindigkeit
Los ging es mit dem sogenannten Bauturbo. Die Idee dahinter ist durchaus charmant: schneller mehr Wohnraum schaffen. Wie so oft bei staatlichen Programmen gilt allerdings: Die Absicht kann gut sein – die Umsetzung sollte es dann bitte auch sein.
Denn wenn plötzlich schneller gebaut werden darf, besteht natürlich die Gefahr, dass dabei auch schneller Dinge entstehen, die so gar nicht zum Ortsbild passen.
Der von Bauamtsleiter Gruber vorgelegte Richtlinienvorschlag soll genau das verhindern: Wohnraum ermöglichen, ohne dabei gleich den gestalterischen Freifahrtschein auszustellen. Der Gemeinderat sah das ähnlich und stimmte den Richtlinien einstimmig zu.
Glasfaser: 24 Anschlüsse für 370.000 Euro
Danach wurde es deutlich kontroverser. Die WBG hatte beantragt, den bereits im November 2025 beschlossenen Breitbandausbau in einem kleinen Teilgebiet zunächst auszusetzen – und stattdessen nach einer sinnvollen Gesamtlösung für die Gemeinde zu suchen.
Der Grund ist schnell erklärt: Der geplante Ausbau soll rund 370.000 Euro für gerade einmal 24 Adressen kosten. Das sind ca. 15.500 Euro pro Anschluss.
Und damit wäre das Problem keineswegs gelöst. Noch immer blieben 233 Adressen unterversorgt – ohne dass derzeit erkennbar wäre, wie und wann diese ebenfalls angeschlossen werden könnten.
Mit anderen Worten: Ein sehr teurer Lückenschluss, der die Lücke gerade einmal ein Stückchen kleiner macht.
Fördergeld ist auch Steuergeld
Die Verwaltung hielt dagegen: Wenn wir jetzt aussteigen, verzichten wir möglicherweise auf Fördermittel. Bund und Freistaat würden im Rahmen des Lückenschlussprogramms immerhin 80 Prozent der Kosten übernehmen.
Das klingt zunächst verlockend. Bei näherem Hinsehen bleibt allerdings eine ziemlich einfache Frage: Ist eine Ausgabe plötzlich sinnvoll, nur weil jemand anderes einen großen Teil davon bezahlt?
Für die WBG lautet die Antwort eindeutig: Nein.
Denn Fördergelder sind kein Geld, das vom Himmel fällt. Es sind ebenfalls Steuergelder. Und deshalb sollten wir mit ihnen genauso sorgfältig umgehen wie mit dem Geld aus der Gemeindekasse – nämlich so, als wäre es unser eigenes.
Und die falschen Zahlen?
Besonders ärgerlich: Die Verwaltung argumentierte unter anderem mit einer Markterhebung, bei der sich inzwischen nachweislich Fehler gezeigt haben.
Trotzdem wurde darauf bestanden, dass eine Fortsetzung des Verfahrens notwendig sei. Der WBG-Antrag wurde schließlich abgelehnt.
Das Argument: Wenn die konkreten Angebote für den Ausbau vorliegen, könne der Gemeinderat immer noch Nein sagen.
Das stimmt formal. Nur: Die 370.000 Euro werden dadurch nicht billiger. Und die 24 Adressen werden dadurch nicht mehr.
Auch die Frage, warum genau diese 24 Adressen ausgewählt wurden, bleibt offen. Und ebenso die etwas kuriose Frage, warum ein Programm, das eigentlich Lücken schließen soll, offenbar auch dann funktioniert, wenn die Lücke anschließend lediglich um rund zehn Prozent kleiner ist.
Wir bleiben deshalb dabei: Erst eine vernünftige Gesamtlösung, dann Geld ausgeben.
Zum Schluss wurde es wieder gemütlicher
Nach diesem durchaus hitzigen Tagesordnungspunkt ging es wieder deutlich entspannter weiter.
Für die geplante neue Bücherei im „Gmoaner Haus“ soll eine EU-Förderung aus dem LEADER-Programm beantragt werden. Eine gute Nachricht – schließlich ist eine Bücherei eine Investition, bei der nicht nur Kabel und Leitungen, sondern hoffentlich auch Menschen miteinander verbunden werden.
Und dann gab es noch eine Personalentscheidung mit durchaus praktischer Bedeutung:
Christoph Langgartner wurde zum weiteren Standesbeamten neben dem Ersten Bürgermeister Armin Wierer bestellt.
Damit stehen in Bayerisch Gmain nun zwei Standesbeamte bereit – für durchschnittlich ungefähr zwei Eheschließungen pro Jahr.
Man könnte sagen: Für den Fall der Fälle sind wir damit bestens gerüstet.
Als Trauzimmer soll zunächst ein Besprechungszimmer im Übergangsrathaus hergerichtet werden. Später zieht die romantische Abteilung dann in den Saal des neuen Hauses des Gastes um.
Wohnraum, Glasfaser, Bücherei und Hochzeit – damit dürfte für fast jeden etwas dabei gewesen sein.
WBG Bayerisch Gmain – August 2026
Neues vom Gemeinderat - Juli 2026
Transparenz? Im Wahlkampf ein Versprechen – im Gemeinderat offenbar keine Mehrheit.
Es war der letzte Tagesordnungspunkt – und am Ende vermutlich der, über den am meisten gesprochen wird.
Ausgerechnet ein Bürgerantrag für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung scheiterte im Gemeinderat mit 10 Nein- zu 4 Ja-Stimmen.
Dabei waren die Vorschläge alles andere als spektakulär. Beschlussvorlagen sollten künftig bereits vor den Sitzungen veröffentlicht werden – so wie es beispielsweise in Bad Reichenhall längst üblich ist. Außerdem sollte es künftig eine Bürgerfragestunde geben, damit Bürger ihre Anliegen direkt an den Gemeinderat richten können. Beides gehört in vielen Kommunen längst zum Standard.
Und in Bayerisch Gmain? Mehrheitlich abgelehnt!
Ehrlich gesagt: Dieses Ergebnis enttäuscht uns. Nicht nur wegen des Antrags selbst, sondern weil im vergangenen Wahlkampf kaum eine Gruppierung auf die Begriffe Transparenz, Offenheit und Bürgerbeteiligung verzichten wollte. Zwischen Wahlprogramm und Abstimmung lagen am Ende offenbar Welten.
Für zusätzliche Verwunderung sorgte die Haltung der FDP. Gemeinderat Langgartner äußerte bereits während der Sitzung Zweifel daran, ob der Antrag auf einer Bürgerversammlung überhaupt eine Mehrheit gefunden hätte. In einer später veröffentlichten Stellungnahme der FDP-Ortsgruppe wurde genau dies als Begründung angeführt, warum man sich bei den Anträgen zurückgehalten habe.
Wir sehen das anders. Ein zugelassener Bürgerantrag ist demokratisch legitimiert. Im Gemeinderat sollte deshalb nicht darüber diskutiert werden, ob man seine Entstehung gut findet, sondern ob sein Inhalt unserer Gemeinde nützt.
Wir werden das Thema Transparenz nicht zu den Akten legen. Im Gegenteil: Die WBG wird auch künftig Jahr für Jahr Vorschläge für mehr Bürgerbeteiligung und Offenheit einbringen. Denn wir sind überzeugt: Eine starke Gemeinde braucht keine Angst vor informierten Bürgerinnen und Bürgern. Sie lebt von ihnen.
Was der Gemeinderat außerdem beschlossen hat
Neben dieser richtungsweisenden Abstimmung standen auch einige sachliche Themen auf der Tagesordnung.
Erfreulich war zunächst die Wiederbestellung von Ingeborg Hartmann als Seniorenbeauftragte. Sie wird dieses wichtige Ehrenamt mit ihrer langjährigen Erfahrung auch in der neuen Amtszeit fortführen. Ebenfalls bestätigt wurde Dr. Andreas Färber als Vertreter Bayerisch Gmains im Fachbeirat der Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH.
Die WBG verband diese Entscheidung mit einer einfachen Anregung: Wenn Tourismus für unsere Gemeinde wirtschaftlich eine so große Rolle spielt, dann sollten Gemeinderat und Bürger auch regelmäßig erfahren, welche Themen dort behandelt und welche Entwicklungen diskutiert werden. Mehr Information schafft schließlich auch mehr Verständnis.
Einigkeit herrschte zunächst auch beim Antrag der FDP für einen öffentlichen Trinkwasserbrunnen. Die Idee fand breite Zustimmung. Im Laufe der Beratung wurde jedoch deutlich, dass nicht die Errichtung die eigentliche Herausforderung darstellt – dafür gibt es Fördermöglichkeiten –, sondern die dauerhaft anfallenden Betriebs- und Wartungskosten. Deshalb wird die Verwaltung nun zunächst die finanziellen Auswirkungen prüfen und dem Gemeinderat anschließend eine belastbare Entscheidungsgrundlage vorlegen. Ein vernünftiger Schritt, denn gute Ideen sollten langfristig auch finanzierbar sein.
Schmerzhaft, aber letztlich unvermeidbar war die Anpassung der Gebühren für die Kinderkrippe. Steigende Personal- und Betriebskosten machen eine Erhöhung der Elternbeiträge um 15 Prozent zum 1. September notwendig. Gleichzeitig entfällt die bisherige Ermäßigung während der Eingewöhnungszeit, da gerade diese Phase einen besonders hohen Betreuungsaufwand verursacht. Immerhin wurde die ursprünglich vorgesehene Erhöhung des Essensgeldes von 2,80 Euro auf 4,00 Euro nochmals reduziert – künftig werden 3,50 Euro berechnet. Für viele Familien bleibt es dennoch eine zusätzliche Belastung.
Die Juli-Sitzung hat einmal mehr gezeigt: Über Geld wird intensiv diskutiert. Das ist richtig und wichtig. Umso bedauerlicher ist es, wenn ausgerechnet mehr Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung als verzichtbar angesehen werden. Nein, Demokratie ist keine Einbahnstraße – Bürger dürfen sich gern selbst Informieren. Dafür sollte Information aber auch einfach verfügbar sein.
WBG Bayerisch Gmain – Juli 2026
Ein Platz zum Verweilen – vorerst noch auf dem Papier
Der erste größere Tagesordnungspunkt war die Vorstellung und Genehmigung der Freianlagenplanung rund um Bürgerhaus und Rathaus. Während man andernorts mit beeindruckenden 3D-Animationen durch die Zukunft spaziert, mussten wir uns diesmal mit der verbalen Beschreibung eines eher nüchternen Architektenplans begnügen. Ein bisschen Vorstellungskraft war also gefragt.
Die gute Nachricht: Alles deutet darauf hin, dass hier ein ansprechender Ortsmittelpunkt entstehen kann – ein Platz, an dem man sich gerne trifft und aufhält. Nachdem die wichtigen Details wie Stromanschlüsse, Wasserleitungen und Zisternen besprochen waren, erhielt das auf rund 1,3 Millionen Euro veranschlagte Projekt grünes Licht.
Bauanträge: Emutigende Harmonie im Gemeinderat
In der Römerstraße 6 ging es um eine Dachgaube, die etwas breiter ausfallen soll als die erst kürzlich beschlossene örtliche Bauvorschrift erlaubt. Für uns war wichtig, dass neue Regeln nicht unmittelbar durch Ausnahmen ausgehöhlt werden.
Da die Abweichung jedoch durch die bestehende Gebäudestruktur begründet ist, konnte die Ausnahme letztlich einstimmig genehmigt werden, ohne gleich einen gefährlichen Präzedenzfall zu schaffen. Besonders erfreulich: Im Zuge des Umbaus soll eine bisherige Ferienwohnung künftig dauerhaft vermietet werden. Wir wissen zwar immer noch nicht genau, wie viele Wohnungen in Bayerisch Gmain als Ferienunterkünfte genutzt werden – aber bald wird es zumindest eine weniger sein.
Deutlich kniffliger war die Bauvoranfrage für ein Einfamilienhaus an der Weißbachstraße. Hier sollte der sogenannte „Bauturbo“ genutzt werden, um ein Vorhaben im Außenbereich zu ermöglichen, das unter normalen Umständen kaum genehmigungsfähig wäre.
Das Problem: Erst vor zweieinhalb Jahren wurde an derselben Straße eine Bauvoranfrage für zwei Mehrfamilienhäuser mit Verweis auf Landschaftsschutz und baurechtliche Bedenken abgelehnt. Eine gegenteilige Entscheidung hätte daher viele Fragen aufgeworfen.
Entsprechend deutlich äußerten sich die Gemeinderäte aller Gruppierungen: Beim Einsatz des Bauturbos müssen Ortsbild, Landschaftsschutz und mögliche Präzedenzfälle sorgfältig berücksichtigt werden. Die Anfrage wurde daher einstimmig abgelehnt.
Um dennoch die positiven Möglichkeiten des Bauturbo für die Gemeinde zu nutzen, werden Verwaltung und Gemeinderat in den nächsten Monaten die Leitplanken für die Anwendung des Bauturbo definieren. Denn wichtige Entscheidungen sollten auf nachvollziehbaren Grundsätzen beruhen – und nicht davon abhängen, welcher Einzelfall gerade auf dem Tisch liegt.
Schweigeminute für den Haushalt?
Etwas kurios wurde es anschließend beim Haushalt 2026. Das Landratsamt hatte die Verwaltung aufgefordert, einen Hinweis aus dem Genehmigungsbescheid im Gemeinderat zu verlesen. Übersetzt in die Sprache des Fußballs: Es gab die gelbe Karte.
Der Hintergrund: Die negativen Haushaltsergebnisse für 2026 und die Folgejahre bereiten Sorgen. Das Landratsamt fordert die Gemeinde eindringlich auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gemeindefinanzen sicherzustellen.
Wer nun eine Einordnung, Erklärung oder zumindest eine kurze Diskussion erwartet hatte, wurde überrascht. Nach der Verlesung ging es ohne weitere Kommentare direkt zum nächsten Tagesordnungspunkt über.
Das ändert allerdings nichts an der eigentlichen Herausforderung: Wir werden uns intensiv Gedanken darüber machen müssen, wie wir die Einnahmenseite stärken und die Ausgabenentwicklung besser in den Griff bekommen.
WBG, 10. Juni 2026
Wie versprochen kündigen wir nicht nur brav die Gemeinderatssitzungen an – wir berichten auch zeitnah darüber. Denn die offizielle Niederschrift kommt häufig so spät, dass Sie für eine Information soviel taugt wie eine Tageszeitung des letzten Monats. Die Niederschrift der Sitzung vom 14. April war zum Zeitpunkt dieses Artikels jedenfalls noch immer nicht veröffentlicht.
Die Sitzung am 12. Mai war die sogenannte „konstituierende Sitzung“. Klingt sperrig, bedeutet aber vor allem: viel Formalia, viele Abstimmungen und ausreichend Gelegenheit, Namen korrekt vorzulesen.
Sechs Neue im Gemeinderat – bei den Bürgermeistern bleibt dagegen alles beim Alten
Zunächst wurden die sechs neuen Gemeinderäte vereidigt. Frisch im Rat vertreten sind jeweils zwei Mitglieder von WBG und FDP sowie je eine Person von CSU und Grünen/Bündnis 90. Handschlag, Eid, ernsthafte Gesichter – der demokratische Betrieb konnte offiziell starten.
Spannender wurde es anschließend bei der Wahl der stellvertretenden Bürgermeister. Der 2. Bürgermeister gilt dabei gemeinhin als das einzige Stellvertreteramt, das außerhalb des Sitzungssaals tatsächlich wahrgenommen wird. Die WBG schlug hierfür Harald Labbow vor, der sich als einziger der Runde zuvor auch den Bürgerinnen und Bürgern für das Bürgermeisteramt gestellt hatte und dabei als politischer Neuling fast 30 Prozent der Stimmen holte.
Allerdings gilt bei der Wahl des Stellvertreters weniger das Bürgervotum als vielmehr die Mathematik der Mehrheiten im Gemeinderat. Und so wurde erwartungsgemäß erneut der CSU-Kandidat Willi Färbinger zum 2. Bürgermeister gewählt. Zum 3. Bürgermeister bestimmte das Gremium Christian Langgartner.
Revolution vertagt: Sitzungsbeginn bleibt bei „später wird’s eh“
Auch die neue Geschäftsordnung stand auf der Tagesordnung. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, zukünftige Sitzungen, wie in anderen Gemeinden üblich, bereits um 18 Uhr beginnen zu lassen – ein mutiger Vorstoß zugunsten jener Verwaltungsmitarbeiter, die ansonsten nach Dienstschluß zwei Stunden auf den Sitzungsbeginn warten müssen und gelegentlich ebenfalls gern 22 Uhr zuhause wären.
Der Vorschlag wurde jedoch mit Verweis auf berufstätige Gemeinderäte abgelehnt. Damit bleibt es beim bewährten Modell: Sitzungsbeginn später, Sitzungdauer maximal drei Stunden. Die übrigen Änderungen der Geschäftsordnung wurden dagegen ohne größere Dramatik beschlossen.
Ausschüsse verteilt – WBG jetzt auch bei den Gemeindewerken dabei
Im Anschluss ging es an die Besetzung der Ausschüsse – traditionell eine Mischung aus politischem Proporz und stiller Hoffnung auf halbwegs interessante Themen.
Für die WBG gab es dabei eine erfreuliche Nachricht: Aufgrund des Wahlergebnisses erhielt sie einen Sitz im sechsköpfigen Werkausschuss, der sich mit den Angelegenheiten der Gemeindewerke beschäftigt. Diesen Platz übernimmt künftig Ulli Gritzuhn.
Im Rechnungsprüfungsausschuss mit seinen drei Sitzen bleibt die WBG dagegen – wenig überraschend – außen vor.
Zum formellen Abschluss wurden noch die Beiräte für die Sport- und Freizeitanlage bestellt, Jugend- und Umweltreferenten ernannt sowie der Erste Bürgermeister offiziell zum Eheschließungs-Standesbeamten gemacht. Damit kann er nicht nur die Ortsgeschicke leiten, sondern auch künftig bei Bedarf rechtskräftig unter die Haube bringen.
Schließlich schlug Harald Labbow noch vor, einen Kulturreferenten zu ernennen bevor das neue “Gmoaner Haus” fertiggestellt ist – damit die Veranstaltungsräume gleichermaßen unterhaltsam wie lukrativ genutzt werden. Das Thema wird sicher wieder aufgenommen.
Achtung - im folgenden Teil 2 wird es spannend!
14.5.2026

Nachdem der neu zusammengesetzte Gemeinderat zunächst erfolgreich die Pflichtübungen absolviert hatte – Vereidigungen, Wahlen, Geschäftsordnung und Ausschüsse – durfte er nun erstmals praktisch zeigen, wie Politik vor Ort funktioniert. Oder eben nicht.
Auf der Tagesordnung stand eine Nutzungsänderung: In einem Wohnhaus sollte eine Ferienwohnung eingerichtet und betrieben werden. Die Verwaltung empfahl Zustimmung. Klingt zunächst harmlos. Ein Antrag, ein Kreuzerl, weiter zum nächsten Punkt. Doch genau hier wurde es erstmals politisch interessant.
Wohnraummangel? Ja. Noch eine Ferienwohnung? Offenbar auch ja.
Für die WBG sprach Ulli Gritzuhn gegen die Genehmigung der Ferienwohnung. Seine Argumentation war dabei ungefähr so exotisch wie die Feststellung, dass Wasser nass ist: Bayerisch Gmain hat Wohnraummangel.
Nicht ohne Grund wurde der Ort laut Gutachten bereits im Herbst 2025 offiziell als „angespannter Wohnungsmarkt“ eingestuft. Wer hier eine Wohnung sucht, weiß: Das ist keine theoretische Diskussion aus dem Lehrbuch, sondern Alltag.
Gritzuhn argumentierte deshalb, dass es Aufgabe des Gemeinderates sein müsse, nicht nur neuen Wohnraum zu ermöglichen, sondern auch zu verhindern, dass bestehender Wohnraum schleichend aus dem normalen Mietmarkt verschwindet und stattdessen tageweise an Urlaubsgäste vermietet wird.
Besonders pikant: Eigentlich weiß derzeit niemand so genau, wie viele der insgesamt 1.620 Wohnungen im Ort überhaupt regulär bewohnt werden. Denn während der genehmigungsfreien Zeit wurden Ferienwohnungen teilweise geschaffen, ohne statistisch sauber erfasst zu werden. Mit anderen Worten: Man diskutiert über Ausnahmen, ohne zu wissen, wie viele „Ausnahmen“ es inzwischen eigentlich schon gibt.
Die Forderung der WBG war daher vergleichsweise simpel: Erst Klarheit schaffen, dann weitere Ferienwohnungen genehmigen. Denn während bezahlbarer Wohnraum nachweislich fehlt, wächst gleichzeitig der Verdacht, dass Ferienwohnungen längst ein ernstzunehmender Preistreiber auf dem Wohnungsmarkt geworden sind.
Betretenes Schweigen statt Debatte
Wer nun eine lebhafte Diskussion erwartet hatte, wurde enttäuscht. Aus dem Gemeinderat kam auf das ausführliche Plädoyer exakt: nichts.
Kein Gegenargument. Keine Nachfrage. Keine inhaltliche Erwiderung.
Lediglich der Bürgermeister verwies auf einen Tourismusförderungsbeschluss aus dem Jahr 2021 – vermutlich nach dem Motto: Mehr Gäste sind grundsätzlich gut, egal wo sie schlafen.
Ansonsten herrschte jene besondere Form kommunalpolitischer Stille, bei der man sich nicht sicher ist, ob niemand widersprechen konnte oder niemand widersprechen wollte. Möglicherweise auch beides.
Denn die Argumentation war unangenehm konkret: zu wenig Wohnraum, fehlende Datenlage, steigende Ferienvermietung, steigende Preise. Schwer, daraus spontan eine gegenteilige Position zu basteln.
Also entschied man sich offenbar für die bewährte Strategie: lieber schweigen und anschließend zustimmen.
Der Antrag wurde schließlich gegen die Stimmen der WBG angenommen.
Unser Zwischenfazit
Das im Wahlkampf gern bemühte Versprechen von „bezahlbarem Wohnraum“ bleibt eine hübsche Floskel, solange man die tatsächlichen Entwicklungen auf dem örtlichen Wohnungsmarkt weder erfassen noch ernsthaft diskutieren möchte.
Denn wer gleichzeitig beklagt, dass Wohnungen fehlen, und weiter zulässt, dass Wohnraum in Ferienunterkünfte umgewandelt wird, bekämpft den Wohnraummangel ungefähr so effektiv wie man einen Brand löscht, indem man Benzin in kleineren Eimern nachgießt.
14.5.2026

Ab dem 12. Mai geht es nur noch mit der unabhängigen Wählergruppe Bayerisch Gmain im Gemeinderat. Auch mit zwei Stimmen kann man Neues, Sinnvolles, Inspirierendes ansprechen. Und nicht nur das. Wir haben die Transparenz ganz vorne auf unserem Selbstverständnis platziert. Bürgerinnen und Bürger sollen frühzeitiger erfahren, was so läuft in unserer Gemeinde, sollen sich informieren und beteiligen können. Dazu gehört auch das sachkundige Hinterfragen. Wir meinen, wer gute Antworten hat, braucht auch gute Fragen nicht zu fürchten.
In dieser Rubrik werden wir auf alle Fälle von vielen spannenden Diskussionen berichten. Wir wollen die bessere Gemeindearbeit für Sie, unsere Wähler machen. Unser WBG-Treff findet ab sofort an jedem dritten Donnerstag eines Monats statt, rechtzeitig nach der jeweiligen Gemeinderatssitzung. So können wir Sie direkt und aktuell über aktuelle Themen informieren.
Schreiben Sie uns an machmit@wbg.de: Ihre Themen, unser Auftrag.
Ihre Wählergruppe Bayerisch Gmain

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